Referat
Am 7. Februar 2025 habe ich in Marburg beim Neupietismus-Symposium 2025 "Der Neupietismus und das Judentum: Zwischen Israel-Begeisterung, Judenmission und Antisemitismus" ein Referat gehalten.
Es hat sich gezeigt, dass man in frommen kirchlichen Kreisen positiv zu Juden stand. Allerdings konnte diese Haltung schnell in einen theologischen Antisemitismus umschlagen. Diesem Phänomen habe ich in meinem Referat in Rekurs auf die Protagonisten Fredrik Franson (1852-1908) und Martin Blaich (1820-1903) nachgespürt. Mein Vortrag als Artikel
„Die edlen Söhne Zions“ – Philosemitismus bei Fredrik Franson und Martin Blaich. Historische Überlegungen in antisemitismussensibler Perspektive" wird in diesem Herbst erscheinen.

Podcast zum 30-jährigen Gedenken an den Genozid in Ruanda

In unserem Podcast "Bildersturm glotzen & glauben" haben wir die Folge 11 den Filmen "Hotel Ruanda" und "Shooting Dogs" gewidmet. Wir konnten für diese Folge einen ausgewiesenen Fachmann gewinnen, nämlich Wolfgang Reinhardt. Er ist mit Denise Uwimana-Reinhardt verheiratet, einer Überlebenden des Völkermordes. Wolfgang berichtete von den politischen Hintergründen, von der Genozidleugnung und vom dramatischen Überleben seiner Frau. Auch bewertete er mit uns die wirkmächtigen Ruanda-Filme. Manche seiner historischen Schilderungen waren so heftig, dass wir hoffen, nicht auf den Index zu kommen. Er meinte aber, dass wir uns der historischen Realität hinsichtlich der Brutalität des Völkermordes nicht verschließen sollten. Hier ist der Youtube-Link zur 11. Folge; der Podcast ist auch auf Spotify und anderen Streaming-Diensten verfügbar.

Zu den anderen Folgen von Bildersturm glotzen & glauben geht es hier:

Neue Rezension

In der wissenschaftlichen Zeitschrift "Kirchliche Zeitgeschichte - Internationale Zeitschrift für Theologie und Geschichtswissenschaft" ist eine Rezension vor mir erschienen.
Die Aussage von Matthias Claudius "Gehorche der Obrigkeit und lass die anderen über sie streiten", die im Neupietismus als verbreitete politische Position zum Nationalsozialismus galt, wird von Plage-Verse grundsätzlich in Frage gestellt. Seine neuerlichen Forschungen ergeben ein anderes Bild. Man hatte sich in vielfältiger Weise dem Nationalsozialismus angebiedert und gegen Juden gehetzt. Später allerdings behauptete man stets unpolitisch gewesen zu sein. Mehr zu dem Buch von Plage-Verse ist in meiner Rezension zu finden.


Buch über Georg Althaus

Das Buch über Georg Althaus ist fertig. Nun suche ich nach einem renommierten Verlag.
Die Ergebnisse dieser Studie sind sehr beeindruckend: Althaus erwies sich insbesondere in der Nachkriegszeit als streitbarer Zeitgenosse, der auf die NS-Kollaborateure in Kirche und Politik aufmerksam machte.
Sein Engagement für Sinti und Roma wird inzwischen kritisch gesehen, da seine Haltung und Sprache ihnen gegenüber zwar wohlwollend, zugleich aber überheblich und bisweilen ethnoromantisch oder gar rassistisch gefärbt waren.
Die Beschäftigung mit seiner Person ist und bleibt eine bleibende Herausforderung.